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Vorsicht bei Interessenskonflikten

Worauf Sie bei vergüteten Aktien Berichten achten müssen

Heutzutage ist es nicht unüblich, dass Aktiengesellschaften entsprechende Plattformen (z.B. Webportale, Zeitschriften oder Aktienbriefe) dafür zahlen, um über das jeweilige Unternehmen zu berichten. Es geht quasi um bezahlte Werbung. Solche Artikel sind in der Regel immer sehr positiv geschrieben. Wie ist das ganze zu bewerten?

Anbieter, die bezahlte Werbung von Aktiengesellschaften schalten, müssen solche Interessenskonflikte entsprechend erwähnen. Deswegen sollte man bei jedem Artikel immer prüfen, wie weit hier Interessenskonflikte vorliegen. Neben einer Vergütung kann ein Interessenskonflikt auch daraus bestehen, dass selbst Aktien bzw. Warrants an diesem Unternehmen gehalten werden, die kurzfristig verkauft werden könnten.

Was ist die Problematik?

1. Durch die Vergütung könnten Unternehmen empfohlen werden, die aus anderer Sicht vielleicht gar nicht so interessant sind. Da überwiegend nur positive Faktoren beschrieben werden, klingen die Texte einfach zu gut. Negative Aspekte werden oftmals nicht genannt und eine Investition unterliegt einen wesentlich höheren Risiko, als man denkt.

2. Oftmals werden Aktien günstig eingekauft und durch entsprechende Berichterstattung gepuscht, um diese Anschließend wieder zu veräußern.

 

Ich möchte noch einmal betonen, dass nicht jeder Interessenskonflikt schlecht sein muss und nicht jede Plattform bösen Absichten unterliegt. Aber es gibt solche Fälle. Ein in Deutschland bekannter Fall ist der Fall des Markus Frick, der Aktien günstig kaufte, diese in seinen Newslettern bewarb und dann teuer wieder verkaufte.

Fazit:

Werte die empfohlen werden, müssen nicht unbedingt schlecht. Selbst habe ich auch Werte, die einige Zeit später von Plattformen beworben wurden. In zwei Fällen waren dies auch vergütete Beiträge.

Allerdings sollte man sich diese Werte definitiv genauer ansehen und bestimmte Umstände hinterfragen und hier bei Bedarf weiter recherchieren.

Selbst werde ich meine beiden Fälle in Zukunft auch kritischer betrachten, da meiner Meinung nach eine Firma keine vergütete Werbung an Aktionäre schalten muss und der Erfolg von allein Aktionäre an sich zieht.

Deswegen habe ich in der Vergangenheit einfach mal eines der Unternehmen darauf angesprochen und bekam diese Antwort:

„As far as your personal questions goes, we are a new company to the public markets as we just went public in 2016.  While I agree that companies that pay for marketing services regarding their stock have some negative connotations, there are certain instances where there is a need to alert investors to an opportunity.  We have a small and new audience in North America, and we are trying to reach out to let investors know about our company in general.  Its always about the balance sheet and growth of a company at the end of the day and the market will trade efficiently once it reaches a larger audience.„

Zu einem kann ich es nachvollziehen, bin aber der Meinung, wenn eine Firma auf sich aufmerksam machen möchte, dass hier andere Medien interessanter sind, als Medien die sich schwerpunktmäßig Aktien und Investments widmen.